Ab heute trage ich ein Cochlear Implantat
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VORWORT

Hallo
ich heiße Christoph Russat, bin 11 Jahre jung und seit dem 08.05.08 stolzer Besitzer eines Cochlear Implantats.
Mit dieser Homepage möchte ich Kinder und deren Eltern von meinen Leben mit CI berichten.




DAS BIN ICH VOR MEINER IMPLANTATION MIT UNSERER kATZE "MAUZI"

Ich wurde am 30.01.1997 zusammen mit meiner Zwillingsschwester Julia in Berlin-Friedrichshain geboren. Wir sind beide in der 26.SSW per Kaiserschnitt auf die Welt geholt worden. Ich hatte mir die Nabelschnur zweimal um den Hals gelegt und meine Schwester Julia hatte Probleme mit dem Herz. Wie ich die Nabelschnur zweimal um den Hals bekam, weiß ich leider auch nicht.
Kaum auf die Welt, kamen wir auch gleich in so einen Glaskasten und wurden verkabelt. Es war zu unser Sicherheit das beste. Mir ging es trotz allen nicht besonders gut. Letztendlich wurde bei mir das Blut ausgetauscht. Ich hatte zu wenig rote Blutkörperchen oder so ähnlich. Meine Schwester ging es wohl etwas besser. Sie kam auch 4 Tage früher aus diesen Glaskasten heraus. Nach 2 Monaten konnten wir dann beide endlich nach Hause zu unseren anderen Geschwistern.

Mein Leben vor dem CI mit Hörgeräte

Festgestellt wurde meine Schwerhörigkeit eigentlich erst mit 4 Jahren. Die Kita, in der ich mit meiner Schwester ging, machte unsere Eltern darauf Aufmerksam, daß mit mir was nicht stimmt. Den Erzieherin ist  das auch besonders aufgefallen, daß ich oft nicht reagierte obwohl sie schon neben mir stand und in einen normalen Ton zu mir sprach. 
Meine Eltern sind daraufhin mit mir zu einen HNO-Arzt um meine Gehör zu testen. Der erste Test ergab nichts. Ich hätte ein gutes Gehör. Doch wie viele Mütter nun mal sind, wenn es um das Wohl des Kindes geht, geht man eben zu einen anderen HNO-Arzt. Beim 2. Test war ich plötzlich Hochgradig Schwerhörig. 
Damit begann mein Leben mit Hörgeräten. diese bekam ich keine 14. Tage später. Am selben Tag als der Hörtest gemacht wurde sollte ich auch glecih zu einen Akustiker. Um so früher das Kind die Geräte bekommt umso weniger Schäden bleiben zurück.  Beim Akustiker wurden mir ersteinmal die Ohrpaßstücke angefertigt. Bis die Teile fertig waren, dauerte es noch fast 14 Tage. Dann bekam ich auch die Hörgeräte. Mit meine 4 Jahre hatte ich schon ein großes Interesse an Farben. Gelb und Grün gefiehlen mir am besten.   Also bekam ich grüne Ohrpaßstücke und Quitschgelbe Hörgeräte.  Die Hörgeräte waren schön klein. Paßten super hinter mein Ohr. Nur durch die Ohrpaßstücke fiel es auf, daß ich Hörgeräte trug.  Nun hatte ich auch welche und war sogar sehr stolz drauf. Meine Mama trug ja auch welche. Ihre waren größer und ihre Hörgeräte waren knallrot. Auch die Ohrpaßstücke.
Da meine Mama auch recht kurze Haare hatte konnte jeder ihre Hörgeräte sehen. Sie trägt sie schon seit ihren 6. Lebensjahr.
In der Kita hatte ich seit dem kaum Probleme mit dem hören. es klappte recht gut. Langsam eignete ich mir auch das Lippen ablesen an. Ich merkte, daß ich die Menschen dann besser verstand.

Die Einschulung.....

erfolgte zusammen mit meiner Schwester in einer Regelschule. Die Klasse bestand aus 22 Schülern. Auf Wunsch meiner Eltern wurde im Klassenraum ein Teppich ausgelegt. Ich bekam dann noch einen Bürostuhl um mir das umdrehen während des Unterrichts zu erleichtern. Mein Platz bekam ich ganz vorne bei der Lehrerin am Fenster. Das Licht sollte ja immer hinter mir sein. 
Die ersten zwei Schuljahre waren nicht gerade einfach für mich. Auch wenn viel Rücksicht genommen wurde, war ich manchmal schon in der 3. Schulstunde total fertig. Ich konnte mich einfach nicht mehr konzentrieren. Ich fing dann halt an, den Unterricht zu stören mit Faxen machen.  Ich war kein schlechter Schüler, ich war einfach nur Unterfordert. Die Aussagen meiner Lehrerin. Das gab meinen Eltern den Ausschlag mich auf eine Schwerhörigenschule zu schicken. 
Leicht ist ihnen nicht gefallen. meine Mutti hatte da schlechte Erfahrung gemacht.

Schulwechsel

Im April 04 durfte ich dann mal zum Schnupperunterricht nach Potsdam auf die Schwerhörigenschule Wilhelm von Thürk.  Das war ein tolles Erlebnis. Die Schule war von außen ganz schön groß. Unsere Schule ist wesentlich kleiner aber auch toll. Als wir dann vor dem Klassenraum der 3. Klasse standen war ich schon etwas aufgeregt. Doch die Aufregung war schnell weg als wir von der Lehrerin in den Klassenraum gebeten wurden. Ich blieb total erstaunt im Türrahmen stehen als ich den Raum von innen sah. Da waren 5 Tische zu einen Halbkreis vor der Tafel aufgebaut.  In einer Ecke stand dann noch 2 Tische zusammen gestellt. An diesen Tisch saßen 6 Schüler und eben die Lehrerin.  Der Raum war richtig gemütlich.  Ich wurde dann an den Tisch gebeten. Ich setzte mich zwischen einen Jungen und ein Mädchen. Es gibt nur ein Mädchen in dieser 3. Klasse. Die Lehrerin bat meine Eltern den Raum zu verlassen. Das taten sie dann auch. Sie wollten ja noch zum Direktor etwas klären. Nach dieser schönen Unterrichtstunde mußte ich aber wieder gehen. Wir besuchten dann noch das Internat, wo ich in der Woche untergebracht wurde, damit ich nicht jeden Tag mit dem Auto unterwegs bin. Das Internat ist auch super. Dort bekam ich dann ein Zimmer für mich alleine. Das war schon neu für mich.  Die Erzieherinnen sind auch ziemlich nett. Wir klärten auch dort noch einiges, dann fuhren wir wieder nach Hause. Am liebsten wäre ich dort geblieben.
2. Mai Woche wechselte ich dann nach Potsdam. Ich habe mich nach kurzer Zeit dort super eingelebt. Heimweh hatte ich kein einziges mal. Ich habe mich trotzdem immer gefreut wenn ich nach Hause fuhr.

CI-Sprechstunde

Nach all den Jahren wurde mein Gehör immer schlechter. Ich bekam zwar neue Geräte aber so richtig glücklich wurde ich nicht damit. Oft höre ich vieles gar nicht mehr. Meine Eltern fiel das auch auf. Immer öfter mußte ich nachfragen, weil ich mal wieder nichts verstanden hatte. Bei uns zu Hause wird schon von Natur aus langsam und deutlich gesprochen aber trotzdem hatte ich da Probleme. Meine Mutter sprach beim Akustiker vor wegen Leistungstärkere Geräte.  Meine Mutti bekam am 28.06.07 ihre erste Hörprothese implantiert. Am 18.07.07 bekam sie den Prozessor angepasst. Seit dem ist sie wieder glücklich. Sie hört nun wieder super. Manchmal könnte man meinen, sie sei gar nicht Hörgeschädigt.  Im Januar bekam sie das 2. Implantat. Am 18. Februar 08 wurde die 2. Erstanpassung gemacht. Nun hört sie noch besser.  Sie hört jeden Tag Musik und kann nicht genug davon bekommen. Bei der 2. Anpassung sprach sie mit dem Audiologen der Charité wegen ein Gespräch mit mir Zwecks CI. Der Audiologe gab ihr auch gleich ein Termin.
Keine Woche später kam es zu diesen ersten Gespräch. Der Audiologe stellte mir ein paar Fragen, die ich auch gleich beantwortete. Er war etwas skeptisch aber er meinte, eine BERA könne ihn mehr sagen.  Ich bekam daraufhin den Termin für die BERA. Dort sollte ich mich dann auf eine Liege legen, bekam ein Kopfhörer aufgesetzt und mußte ca 1. Stunde still liegen. Nach einen Zusammenfall des Programms dauerte das ganze gute anderthalb Stunden.
Danach wurde das ganze ausgewertet. Am Ende hieß es: Geeignet !
Das machte mich schon recht glücklich. 
Nun mußten aber noch ein paar Voruntersuchungen gemacht werden. Dazu zählt MRT, CT und  Gleichgewichtstest. Diese wurden an unterschiedlichen Tagen angeordnet.  Nach einer Woche sollte ich schon zum MRT und CT.  Nach zwei Stunden war das alles geschafft. Der Gleichgewichtstest wurde dann eine Woche später gemacht. Den schaffte ich mit Bravour.
Im März bekam ich dann den Termin für die OP. Die sollte am 10.April im Benjamin Franklin Krankenhaus in Steglitz stattfinden.

Ein Gespräch mit Folgen

Im März fuhr meine Mutti noch zum  HTZ
(HörTrainingsZenrum) in Potsdam. Dort sollte ich nach der Erstanpassung des CI's zur REHA hin. Meine Mutti wollte sich nur erkundigen was so alles gemacht wird und wie das so abläuft. Ob die Zusammenarbeit mit der Klinik gegeben sei. Da kam heraus, dass die Klinik nicht mit dem HTZ zusammen arbeitet. Im HTZ wußte man nichts von meiner Implantation. Man bat meine Mutti mich im UKB implantieren zu lassen. Dort habe man auch mehr Erfahrungen mit Kindern. Auch sei dort die Zusammenarbeit super.  So kam es, daß meine OP am 10. April abgesagt wurde und ich noch zum UKB zur Untersuchung mußte. Die Logopädin rief sofort im UKB an und bat um einen Termin für mich. Der fiel auf den 11. April. 

Im UKB.....

mußte der Hörtest noch einmal gemacht werden. meine Mutti hatte zwar alle Unterlagen von der Charité mitgebracht aber man wolle sicher gehen. 
Nach einer halben Stunde mußte der  Hörtest abgebrochen werden. Meine Ohren waren beide voll mit Ohrenschmalz. Als beide gereinigt waren wurde der Hörtest nochmal gemacht.  Der Test fiel trotz allen schlechter aus als der aus der Charité.  Auch hier wurde mir dann gesagt, daß ich CI geeignet bin. Man wolle das rechte Ohr nehmen, daß sei das schlechtere.  Beim Gespräch mit dem Doktor hatte ich noch etwas zu lachen. Der Doktor fragte meine Mutti ob sie wisse, wie so ein CI funktioniere und was sie noch alles wissen müsse. Meine Mutti fing daraufhin laut an zu lachen. Das Gesicht des Doktors sprach Bände als er meine Mutti so lachen sah. meine Mutti entschuldigte sich aber sofort und sagte dann ganz ruhig: "Guter Mann, ich bin selbst CI-Trägerin. Ich trage zwei Geräte der Marke Cochlear Nucleus Freedom. Ich trage die Geräte noch nicht lange aber ich bin super glücklioch mit diesen Implantaten." Den armen Doktor fielen fast die Augen aus dem Kopf als er das sah. Er war total perplex.  Er habe mit allen gerechnet aber nicht damit. Das gab er auch noch zu. -" Na bei der Mutti als Vorbild wirst du wohl auch so super mit dem CI klar kommen" meinte er dann noch zu mir und verabschiedete sich von uns. Wir sollten dann nochmal zur Anmeldung gehen und uns dort einen Termin holen für die OP. den bekamen wir dann für den 8. Mai.08.

Die Einweisung.....

in die Klinik fand am 7. Mai statt. 11.30. Uhr sollten wir in der Klinik sein. Zuerst mußten wir zu Anmeldung. dort wurde eine Menge Papierkram bearbeitet und dann sollten wir auf die C1, die HNO-Station. Wir meldeten uns bei einer Schwester. diese bat uns die Tasche im Schwesternzimmer stehen zu lassen und dann in den Warteraum zu gehen. Wir werden dann aufgerufen.  Nach  einer Stunde passierte nichts. Ich vertrieb mir die Zeit mit einen Puzzle. Wir waren nicht alleine im Warteraum. Ein Mädchen mit ihrer Mutti warteten auch auf den Arzt und auf das Zimmer. Gegen 13. 00 Uhr bekamen wir von einer Schwester was zum essen. Meine Mutti und die andere Mutti bot man Kaffee an. Meine Mutti wollte nicht, sie hatte ja selbst was bei. Das Essen war nicht übel. Gemüsereis mit Tomatensoße. Ich merkte da erst was ich für einen Bärenhunger hatte.  Bis 14.00 Uhr mußten wir auf den Arzt warten.  Nicht mal das Zimmer bekamen wir in dieser Zeit.  Endlich beim Arzt, sollte meine Mutti nur was unterschreiben. Danach sollten wir wieder in den Warteraum zurück und dort auf die Narkoseärztin warten. Diese kam dann so gegen 15. 00 Uhr. Eine kleine Einleitung zur Narkose. Sie stellte noch ein paar Fragen, die meine Mutti schon schriftlich auf den Bogen beantwortet hatte und bat dann um eine Unterschrift. Danach rauschte sie wieder davon.  nach 10 Minuten kam dann die Schwester und bat uns in das Zimmer. Ich war total enttäuscht. da hatte man mein Bett in ein 4-Bett-Zimmer dazu gestellt. Ich hatte deshalb keinen Fernseher. Auf den bestand ich aber. Es sollte erst am nächsten Tag ein Platz frei werden. Doch ich hatte am Abend noch Glück. Ein Patient wurde verlegt.  So kam ich dann auch selber zur Ruhe und zu meinen Fernseher. Nachdem ich das Bett bekam verabschiedete sich meine Mutti. Sie mußte wieder nach Hause.  Sie versprach mir, morgen im Aufwachraum zu sein.

Die OP.......

sollte schon um 8.00 Uhr beginnen. Ich war laut Plan der erste. Um 7.00 Uhr wurde ich geweckt. Bekam ein OP-Hemd und Tropfen zur Beruhigung. Dann sollte ich nochmal auf die Toilette gehen was ich auch tat. gegen 7.30 Uhr wurde ich dann in den OP-Trakt gerollt. Im Vorraum mußte ich vom Bett auf die Liege. Dann wurde mir eine Kanüle in die Hand gestochen. Gemerkt habe ich nichts da ich vorher ein Pflaster auf beiden Handrücken drauf hatte. Dann wurden mir die Hörgeräte abgenommen und ich bekam eine Maske auf das Gesicht gesetzt. Nun sollte ich bis 10 zählen. Bis 4 kam ich noch und mehr weiß ich nicht.

Im Aufwachraum......

war ich ziemlich schnell wach. eigentlich war ich schon im OP-Saal wach. Ich bekam noch mit wie mich 2 Schwestern ins Bett rüberlegten.  Dann schlief ich wohl wieder ein. Als ich das zweite mal wach wurde hörte ich ganz leise meinen Namen und bemerkte ein streicheln über mein Gesicht.  Ich öffnete kurz die Augen, sah meine Mutti und schlief prompt wieder ein.  Nach 10 Minuten war ich dann doch einigermaßen wach. Das piepen von diesen Überwachungsgerät hatte mich wach gemacht. Da man mir mein Hörgerät links gleich nach der OP ins Ohr gemacht hatte konnte ich das piepen ja auch hören. Nach einiger Zeit wurde das Gerät aber abgestellt und ich wurde von einer Schwester wieder auf die Station geschoben. Kaum im Zimmer mußte ich ersteinmal den fernseher anmachen. Schauen konnte ich nur 10 Minuten, dann ging bei mir nichts mehr. Ich war einfach noch zu müde. Meine Mutti blieb noch eine Weile, bis ich tief und fest schlief dann fuhr sie wieder nach Hause.


total K.O. noch von der narkose

Die Tage bis zur Entlassung....

vergingen recht schnell. Am 1. Tag nach der OP war ich noch zum röntgen. Alles okay und dann sollte ich noch meine Geschmacksnerven testen lassen. Wollen ja alle wissen, ob sie ihre Arbeit gut gemacht hatten. Auch da war alles in Ordnung. Meine Mutti kam jeden Tag so gegen Mittag und blieb aber nicht lange. Kein Wunder bei so einen langen Heimweg. Ich war ich nicht böse, wenn sie nur eine Stunde blieb.. Ich war einfach nur glücklich das sie überhaupt kam. Mir ging es super. Schmerzen hatte ich soweit keine. Auf dem Ohr legen konnte ich mich aber nicht. Macht ja nichts, dazu hatte ich ja die andere Seite. Ich vertrieb mir die Zeit im Krankenhaus mit Fernsehen schauen. 
Am 11. Mai konnte ich dann wieder nach Hause. Meine Mutti kam auch wieder so gegen 12.00 Uhr um mich abzuholen. Vorher mußten wir dann noch zum Doktor und einige Papiere unterschreiben und dann war ich entlassen. 
Ich sollte dann nach einer Woche im UKB zum Fäden ziehen erscheinen. Den Termin machte meine Mutti dann telefonisch mit dem UKB aus. Nun konnte ich erst einmal die eine Woche Pfingstferien genießen.

Fädenziehen und Warten auf die EA........

war eine sehr lange Zeit. Zum Fäden zeihen konnte ich schon nach einer Woche nach den Pfingstferien. Gleich am Montag früh sind wir zum UKB. Diesmal dauerte das warten nicht ganz so lange. Nach 3 Minuten wurde ich schon aufgerufen. Die Ärztin war ein bisschen Wortkarg. >Irgendwie Unfreundlich. Naja, sie sollte mir ja nur die Fäden ziehen. Die ersten Fäden waren recht schmerzlos aber dann tat es doch etwas weh. Ich biss die Zähne zusammen. Nach ein paar Minuten war die Prozessur abgeschlossen und wir konnten dann auch gleich wieder gehen. Ein Termin für die EA bekamen wir aber immer noch nicht. Wir brauchten erst die schriftliche Zusage der KK für die Reha und die Anpassung. Die hatten wir aber leider noch nicht. 
Meine Mutti brachte mich dann gleich nach Potsdam ins Internat. Wollte und mußte ja nicht unbedingt in der Schule fehlen.
Nach einer Woche bekamen meine Eltern dann die ersehnte Zusage von der KK.
Sofort machte sich meine Mutti auf den Weg ins UKB um einen Termin für die EA zu holen.
Die sollte dann am 19. Juni stattfinden.

Erstanpassung (EA)

fand dann wie oben schon angegeben am 19.07.08 statt. Menno war ich aufgeregt. Ob ich auch gleich so gut hören kann wie meine Mama???? Diese Frage schwirrte mir seid Wochen durch den Kopf und lies mich auch nicht mehr los. 
Meine Mutti holte mich gleich frühs von der Schule ab und los gings. gegen 10.30 Uhr waren wir dann endlich im UKB angekommen wo ja die EA stattfinden sollte. Ersteinmal ging die Suche los. Wir fanden erst den Raum nicht wo wir eigentlich hin sollten. Ist echt schlecht ausgeschildert dort.  Naja, hätten ja auch mal fragen können. 
Als wir dann endlich die Tür gefunden hatten und auch gleich anklopften mußten wir aber trotzdem noch etwas warten. Ein Junge war noch beim Techniker.
Dann war ich endlich dran. Das erste was ich sah, als ich den Raum betrat, dieser große gelbe Karton, wo das ganze Zubehör vom CI drin ist. Ich kannte es ja schon von meiner Mutti, die ja gleich zwei davon bekam. Der Techniker bat mich zu setzten und zeigte uns dann erst einmal mein schönes blaues CI mit Accu. Meine Mutti hat keine Accus, sie besitzt Batterien. Dann erklärte er uns auch noch einige Funktionen des CI's. Meine Mutti grinste nur. Sie kennt das ja alles schon, was der Techniker aber nicht wußte bis sie ihm aufklärte. Damit hatte sich das Vorstellungsgespräch für das CI beendet.
Mir wurde das CI dann hinter das Ohr gehängt und die Spule am Kopf befestigt. Mit einen Kabel am PC verbunden. Dann bekam ich unterschiedliche Töne zu hören. Ich sollte bei jeden Ton sagen ob ich es angenehm laut höre. Das taten wir dann einige male. Na bei 21 Elektroden dauert das so seine Zeit. Achso, beim einschalten des CI's am PC wurde bei mir festgestellt das die 4. Elektrode nicht funktioniert. Dies hat aber kein großen Einfluß auf das ganze hören. Als wird dann alle Elektroden laut genug eingestellt hatten wurde dann alles freigegeben. Wer nun aufgeregter von uns beiden war weiß ich echt nicht. Ich hörte erstmal ein Geräusch was ich nicht einordnen konnte. Alle Töne komplett durcheinander. Als der Techniker was zu mir sagte mußte ich dreimal nachfragen. Ich hörte zwar seine Stimme, aber ich verstand sonst kein Wort. Zum Glück hab ich ja noch mein Hörgerät auf dem anderen Ohr. Das nutzte ich als Hilfe. Doch das HG sollte ich dann wieder aus machen. Ich bekam ein dutzend verschiedener Geräusche vorgespielt die ich dann auch nennen sollte. Siehe da, das klappte fehlerfrei. Selbst meine Mutti verstand ich plötzlich. Total glücklich fing ich anzu weinen. Das war einfach überwältigend. Nach ca einer Stunde konnten wir dann wieder gehen mit dem großen Paket vom CI. In der S-Bahn war ich total von den Socken. Da hörte ich plötzlich Geräusche die ich mit dem HG noch nicht mal registriert hatte. Ich saß da wie ausgestopft um das alles aufzunehmen was da auf mir einschlug. Ich hätte Stundenlang so sitzen bleiben können aber irgendwann ist man ja auch mal am Bestimmungsort angekommen. Jedes Geräusch war ein Geschenk des Himmels. Ich war einfach begeistert. Da hörst du die Ansage von der S-Bahn(nicht ganz deutlich aber ich hab sie soweit verstanden),die Türen wie sie auf und zu zischten und knallten, das rattern der Räder und das reden der Leute im Abteil. 
Auch in der Strassenbahn war das Hören ein Erlebnis. Hörte sich auch ganz anders an als ich es eigentlich kannte. Im Wohnheim war ich dann aber irgendwie total fertig.  Jeder dort bestaunte ersteinmal mein schönes blaues CI und das Paket dazu. Es sind wenige im Wohnheim mit CI. Da es auch unterschiedliche Firmen gibt sind auch unterschiedliche CI's zu sehen.
Ich wollte ja immer ein blaues, da ich Schalke 04 Fan bin. Leider gab es das CI nicht in Dunkelblau sondern nur in Babyblau (Hellblau). Aber was ja nicht ist kann ja noch werden. Meine Mutti hat eigentlich silberne CI's. Die sind nun beide knallrot. Hat sie selbst Rot bemalt, nun rot beklebt. Sieht total klasse aus(www.cochlearimplanttraegerin.de.tl) .


Nach einer Woche sollte ich dann schon zur Nachstellung. War mir ja schon wieder zu leise. Einen weiten Weg hatte ich diesmal nicht. Da ich in Potsdam zur Schule gehe werden die Einstellungen nun im HörTherapieZentrum (HTZ) gemacht.
Dieses ist vom Wohnheim ca 10 Minuten Fußweg. Bei der ersten bis zur dritten Einstellung war meine Mutti noch mit. Sie wollte sich vor Ort von meinen Hörerfolgen mit dem CI  überzeugen. 
Zuerst wurden beim Techniker Herr Helbig das CI nachgestellt. Das dauerte so seine Zeit da auch noch einige Funktionen ausgestestet werden mußten.
Dann sollte ich zu Frau Zabel. Dort wurden dann Sprach- und Hörtherapien gemacht. Hören kann ich mit dem CI schon ziemlich gut. Muß aber ehrlich zugeben, trickse etwas, in dem ich mit dem linken Ohr höre mit HG. Nach einer Weile bekam Frau Zabel mit das ich trickse. Ich sollte dann mein HG ausmachen. Da hatte ich dann etwas Probleme beim verstehen aber es hielt sich in Grenzen. Nach ca 2 Stunden konnten wir dann wieder gehen. Bekamen gleich einen neuen Termin für die kommende Woche.
Die dritte Einstellung war auch ganz lustig. Ich verstand nämlich überhaupt nichts. Mein CI funktionierte einwandfrei aber leider war das Kabel von der Spule gebrochen. Wie das passiert ist weiß ich selbst nicht. Ich bekam dann im HTZ eine neue Spule in Schwarz da keine graue mehr da war als Ersatz.  Die sah ja auch ganz toll aus. Mal was anderes. Leider gibt es die Spulen nur in Braun, Grau Beige und Schwarz. Eine blaue wäre mir da auch lieber. 
Die Einstellung verlief wie beim ersten mal und auch der Hör- und Sprachtest. Irgendwie langweilig aber was solls.  Ich verstand nun schon besser als beim ersten mal das wurde uns gleich gesagt. War ich auch mächtig stolz drauf.
Die vierte Einstellung verlief nicht anders wie die anderen davor. Ich hatte diesmal nicht so richtig Lust darauf. Die Hitze machte mir zu schaffen und müde war ich auch. Herr Helbig beeilte sich mit der Einstellung und auch Frau Zabel sah und merkte das es einfach zu warm war. Nach ca einer Stunde konnten wir wieder gehen. Ich bin dann mit meiner Mutti ersteinmal ein Eis essen gegangen. Das tat gut. 
Das waren dann erst einmal meine letzen Einstellungen vor den Sommerferien. In den Ferien waren wir nur 2 x zum Nachstellen und Hörtherapien. Bei der letzten Hörtherapie am 26.08.08 durfte ich dann zum ersten mal telefonieren.  Wow, was für ein Erlebnis. Das war für mich was völlig neues, mit jemanden zu reden den du nicht siehst. Ich schaffte das mit Bravour. Da war selbst ich erstaunt drüber. Ich habe wirklich alles verstanden. Ich konnte das erst garnicht fassen, selbst meine Mutti und Frau Zabel haben ungläubig gekuckt. 

Ein Hinweis: In der Schule und auch ab und zu zu Hause habe ich trotz allen mein Hörgerät auf der linken Seite getragen. Nur zur Sicherheit. Ich merkte schon nach kurzer Zeit, daß ich eigentlich das HG gar nicht brauche. Mir ist oft garnicht aufgefallen, dass bei meinen HG die Batterien leer waren. Erst wenn beim CI die Batterien leer waren bekam ich mit das auch das HG aus ist.

Das Accu habe ich ausgetauscht gegen das Batteriefach. Da ich oft vergessen habe die Accus zu laden oder Ersatz mitzunehmen satnd ich oft ohne CI da. Bei Batterien passiert mir das nicht.

Im September bat ich meine Mutti für mich ein Termin im UKB zu machen wegen den 2. CI. 
Ja, auch ich möchte ein 2. CI. Ich höre einfach super mit dem einen und vermisse nun das hören auf dem linken Ohr.
Am 27.September war es dann soweit. Wieder den weiten Weg zum UKB und lange Wartezeiten. Aber das nahmen wir in Kauf. Nach drei Stunden Wartezeit mit Untersuchung stand dann fest dass ich auch das 2. CI bekomme. Den Termin für die 2. Implantation bekamen wir auch gleich mit. Am 23.10.08 ist es dann wieder soweit. In den Herbstferien, da ich in der Schule sowenig wie möglich fehlen sollte. Ich besuche jetzt die 6. Klasse und das ist das wichtigste Schuljahr in der Grundschule.
Ich bleibe aber weiterhin in dieser Schule.

So ihr lieben, ich melde mich nach der OP wieder. Bilder vom meinen CI und sonstiges erfogt ebenfalls erst nach der OP.

 
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